Checkliste Web-Accessibility

Projektbegleitende Accessibility Richtlinien für Software-Entwickelnde

Web-Accessibility Richtlinien effizient und ohne Abstriche beim Look & Feel umsetzen

Dies ist eine Checkliste für die Umsetzung wichtiger Accessibility-Richtlinien der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1. Die Checkliste begleitet Software-Entwickelnde durch ein Projekt, von der Planung über die Implementierung bis zum Release. Die Umsetzung dieser Richtlinien schränkt weder das Look & Feel einer Benutzungsschnittstelle ein, noch deren Funktionalität.

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Accessibility-Prinzipien

Bei der Umsetzung von Accessibility-Richtlinien sollten Software-Entwickler:innen die 4 Accessibility-Prinzipien berücksichtigen: Wahrnehmbarkeit, Nutzbarkeit, Verständlichkeit, Robustheit.

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Die 4 Accessibility-Prinzipien: Wahrnehmbarkeit, Nutzbarkeit, Verständlichkeit, Robustheit

Accessibility-Aspekte zum Projektstart


Lege die Konformitätsstufe fest, die deine Nutzungsschnittstelle erreichen soll:

  • ‍‍Grundlegende, dringend notwendige Aspekte (Stufe A)
  • empfehlenswerte Aspekte (Stufe AA)
  • wünschenswerte Aspekte (Stufe AAA).

Üblicherweise verlangen rechtliche Vorgaben die Erfüllung sämtlicher Richtlinien auf den Stufen A sowie AA. Accessibility-Aspekte auf Stufe A sind dabei die minimal umzusetzenden, unentbehrlichen Aspekte zur Erzeugung von Accessibility. Aspekte auf Stufe AAA stellen das Ideal in Hinblick auf Accessibility dar, sind aber kaum vollständig umsetzbar.

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Accessibility-Aspekte während der Implementierung

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Verwende native HTML-Elemente wann immer es möglich ist: Verwende beispielsweise den „button“-Tag, statt einen Link durch eine Umrandung und Hervorhebung grafisch als Schaltfläche darzustellen. Falls es nicht anders möglich ist, zeichne die benutzerdefinierten Elemente per WAI-ARIA semantisch aus.
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Strukturiere den Inhalt so, dass man die Bereiche mit relevanten Informationen schnell erkennen kann: Verwende hierfür beispielsweise Überschriften, hohe Kontraste und Abstände.
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Verwende keine Textgrafiken.
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Strukturiere den Inhalt so, dass man die Bereiche mit relevanten Informationen schnell erkennen kann: Verwende hierfür beispielsweise Überschriften, hohe Kontraste und Abstände.
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Verwende Heading-Tags (h1, h2, etc.) nicht, um ein bestimmtes Aussehen zu erzeugen: Benutze diese Elemente ausschließlich semantisch, also wenn es sich tatsächlich um Überschriften handelt.
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Wähle eine aussagekräftige Überschrift für jeden Hauptabschnitt des Inhalts: z.B. „Umsetzen von Accessibility-Richtlinien“ statt „Accessibility“
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Behalte die Hierarchie von Überschriftsebenen ein: Verwende beispielsweise nicht Überschriftsebene 2 nach Überschriftsebene 4 und dann Überschriftsebene 1.
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Vermittle Informationen nicht allein durch Farbe: z.B. „Benötigte Angaben sind durch rot umrandete Eingabefelder gekennzeichnet“.
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Beschreibe jede relevante, als grafikvermittelte Information in deren Alternativtext: Verwende hierzu das „alt“ Attribut innerhalb der jeweiligen Tags. Ein Logo, das die Möglichkeit bietet, auf die Homepage zurück zu gelangen, sollte beispielsweise nicht den Alternativtext „Logo“ oder „<unternehmen> Logo“ erhalten, sondern „zur Homepage“. Dass es sich um ein Logo handelt, ist hier irrelevant.
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Stelle Textalternativen für jeden Nicht-Textinhalt wie Bilder oder Videos zur Verfügung.
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Ermögliche die Nutzung ausschließlich per Tastatur.
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Gestalte Navigationsmenüs als ungeordnete Listen mit Menüeinträgen, nicht als aufklappbare Schaltflächen.
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Benenne jeden Link so, dass verständlich ist, wohin er führt und welche Aktion ausgelöst wird: Nenne Links beispielsweise nicht „Hier“ oder „Mehr“ sondern besser z.B. „Accessibility-Richtlinien finden Sie hier auf einer eigenen Webseite 'Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1'“. Schreibe den relevanten Begriff an den Anfang des Links.
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Weise jedem Formularelement ein aussagekräftiges Label zu: z.B. „Name und Vorname“ statt „Name“, wenn Vor- und Nachname gemeinsam eingetragen werden sollen.
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Zeige Beispiele für die erwarteten Eingabeformate: Verwende dafür weder Platzhalter noch Mouseover-Effekte.
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Helligkeitskontrast zwischen Vordergrund- und Hintergrundfarbe: Bei Text von mindestens 4,5:1. Bei interaktiven Elementen, Statusmeldungen und relevanten Bestandteilen von Grafiken von mindestens 3:1, auch wenn die Farben invertiert sind.
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Zeige jedes interaktive Element in einer Größe von mindestens 44 x 44 CSS Pixeln an.

Vor dem Release

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Prüfe die Gültigkeit des Quellcodes: Verwende z.B. HTML-Validator (externer Link).
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Teste die Accessibility jedes Screens mit Tools: Verwende z.B. Accessibility Insights, Google Lighthouse, WAVE, axe (externer Link).
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Lasse die Accessibility von Fachpersonen und Personen, die auf die Verwendung assistierender Technologien angewiesen sind, testen.

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Diese Checkliste umfasst bei weitem nicht alle Richtlinien der WCAG 2.1. Sie soll als Orientierung dienen, mit der Software-Entwickelnde häufige Accessibility-Probleme verhindern können.

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Quellen

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Die Richtlinien in vollem Umfang in der ursprünglichen Formulierung

Vorschläge für die Umsetzung der Richtlinien

Die WAI-ARIA Authoring Practices

Eine allgemeine Einführung in das Thema „Accessibility" des Mozilla Developer Networks (MDN)

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